Auf der Westseite der Kirche befinden sich die beiden zweiflügeligen Eingangstüren. Jede der Türen ist mit Kupfer verkleidet und zeigt ein großes rundes Bild, das reliefartig gearbeitet ist.
Bei der Betrachtung der linken Eingangstür denke ich spontan an Gottes gute Schöpfung und an das Paradies. Zahlreiche Tiere zu Wasser, an Land und in der Luft und viele Pflanzen sind zu sehen. Adam und Eva sind auf dem rechten Türflügel abgebildet, unter ihnen die Schlange – groß und dominant, geschmeidig geschwungen, verführerisch. Sie ist das Sinnbild für die gefährliche Macht des Bösen und für die Hinterhältigkeit. Sie wurde den Menschen zum Verhängnis.
Dem Blick der Schlange folgend entdecke ich auf dem linken Türflügel Maria mit dem Kinde Jesu. Durch Maria wurde der Retter geboren - Maria als die „neue Eva“, die Leben schenkt - Jesus, der Sohn Gottes und Mensch, durch den die Sünde wieder aufgehoben wird. Die Abbildung Jesu am Kreuz direkt über dem Bild des Adams macht deutlich: Durch einen Menschen kam die Sünde in die Welt, durch den Menschensohn wird sie wieder weggenommen. Jeder, der glaubt, ist schon gerettet.
Das kreisrunde Bild auf der rechten Tür zeigt die sieben Sakramente. Links unten ist die Taufe dargestellt, die Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen. Dem Uhrzeigersinn folgend sind Beichte und die Feier der Eucharistie abgebildet. Auf der rechten Seite geht es weiter mit Firmung, Eheschließung und Krankensalbung. Das Sakrament der Priesterweihe füllt die Mitte des Bildes.
Bei genauerem Hinsehen entdecke ich auch kleine Details, die mich zum Nachdenken anregen. So erinnert mich der Hahn, der auf dem Dach des Beichtraumes zu stehen scheint, an das Scheitern des Petrus und daran, dass Jesus ihm vergibt und auf ihn baut, obwohl er um seine Schwächen weiß.
Die zehn Engel, die teilweise „über den Dingen schweben“ oder auch ganz versteckt abgebildet sind, so dass man sie erst auf den zweiten Blick entdeckt, erinnern mich an die Zusage des Psalms 91: „…denn er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.“
Beide Türbilder sind nicht auf den Kreis beschränkt. Wer genau hinschaut entdeckt außerhalb der Kreise Hände – Sinnbild für zärtliche Zuwendung, für schöpferische Kraft, für Segen – Zeichen dafür, dass Gott mit uns ist.
Angelika Leuteritz