Der Altartisch selbst ist quadratisch, nach jeder Himmelsrichtung eine Seite. Die dicke Altarplatte birgt Reliquien des Hl. Simpert und des Hl. Karl Lwanga und seinen Gefährten. Sie ruht auf vier starken Steinquadern, die den Blick des Betrachters magisch in die Mitte führen. Ein schmaler Spalt lässt erahnen, dass es dahinter wieder in die Weite geht. Diese Blickführung erinnert mich immer wieder an das Gleichnis Jesu, in dem er erzählt, dass eher ein Kamel durch ein Nadelöhr ginge, als dass ein Reicher ins Himmelreich kommt.
Wie viel Ballast muss ich immer wieder zurücklassen, damit ich durch die Enge hindurch komme und die Weite spüre?
An der Ostseite der Kirche befindet sich vor einem bunten Glasfenster der Tabernakel. Er ist eingelassen in ein steinernes Kreuz. Die Senkrechte des Kreuzes verbindet den Himmel mit der Erde und die Erde mit dem Himmel - in unserer Kirche also tatsächlich das Dach, unter dem wir uns befinden mit dem Boden, auf dem wir stehen.
Die Waagrechte des Kreuzes wird gebildet von einem Quader aus Naturstein. Es handelt sich nicht um edlen Marmor, sondern um eine Gesteinsart, die auch in den Bergen rings um unsere Stadt zu finden ist. Man nennt sie Nagelfluh. In diesem Gestein sind viele verschiedene Steine eingeschlossen und fest durch Kalkgestein miteinander verbunden. Bei näherer Betrachtung entdecke ich große und kleine, runde und eher eckige, dunkle, gelbe, rötliche und ganz helle Steine … alle fest miteinander verbunden. Ab und zu ist auch ein Stein herausgebrochen und hinterlässt eine Lücke.
Dieser Naturstein ist ein schönes Bildnis für die vielen verschiedenen Menschen einer Gemeinde. In unserer Kirche sind Altar, Ambo und Taufstein daraus gefertigt.
Angelika Leuteritz