Christophorus im Vorraum der Kirche
Christophorus im Vorraum der Kirche
Christophorus am Pfarrhaus
Christophorus am Pfarrhaus
Christophorus (von Fons Dörschug)
Christophorus (von Fons Dörschug)
Pfarrei Sonthofen › Gemeinde › Kirchen und Kapellen › Pfarrkirche St. Christoph

Der heilige Christophorus

Christophorus, der Patron der Pfarrei, lebte im 3. Jahrhundert. Sein Name bedeutet im Griechischen "Christusträger".

Um den heiligen Christophorus, der im 3. Jahrhundert lebte, ranken sich viele Legenden.

Nach östlichen Quellen soll er ein hundsköpfiges Ungeheuer gewesen sein, das durch die Taufe die Sprache erlernte und den Namen Reprobus annahm. Nach dieser älteren Legende zog er predigend durch das Land und kam zu einem König nach Lykien, wo er die Sprache nicht verstand. Als er verwirrt daniederlag, betete er und dadurch wurde ihm die Sprache erschlossen, so dass er auf dem Richtplatz den Gemarterten Worte der Stärkung zusprechen konnte. Als ein Richter ihn schlug, steckte er seinen Stab in den Boden, der daraufhin grünte und blühte. Durch dieses Wunder kamen 8000 Menschen zum Glauben an Christus.

Der König ließ Christophorus einsperren und schickte zwei Dirnen zu ihm, die ihn abspenstig machen sollten. Sie wurden jedoch von Christophorus bekehrt und daraufhin vom König enthauptet. Dann schickte der König 200 Kriegsknechte, die es jedoch auch nicht schafften, den Riesen zu ergreifen, da Christophorus übermenschliche Kraft aus dem Gebet erhielt. Weitere 200 Knechte wurden geschickt. Sie wurden von Christophorus bekehrt und anschließend enthauptet. Daraufhin sollten ihn 400 Bogenschützen erschießen. Die Pfeile blieben aber in der Luft stecken. Der König hielt dies für Zauberei und darauf traf ihn ein Pfeil, so dass er erblindete. Christophorus sagte zu ihm: "Morgen bin ich tot. Dann nimm von meinem Blut, mische es mit Erde, lege es auf dein Auge und du wirst geheilt." Christophorus wurde daraufhin enthauptet. Der König befolgte die Worte des Christophorus, konnte wieder sehen und bekehrte sich.

Die Christusträgerlegende kommt im 13. Jahrhundert in der Legenda Aurea des Jacobus de Voragine auf, wobei ihr möglicherweise eine volkstümliche Herkunft zugrunde liegt.
In dieser Legende wurde aus der Figur ein Riese mit Namen Offerus, der fast 10 Meter groß war. Nach dieser Legende suchte Christophorus den mächtigsten aller Könige, denn er wollte nur diesem dienen. Er fand einen König, den er für den mächtigsten hielt. Als er sich bei einem Spielmannslied jedes Mal bei der Nennung des Teufels bekreuzigte, musste er zugeben, dass er sich vor dem Teufel fürchtete. Christophorus verließ ihn daraufhin, um den noch Mächtigeren zu suchen. In einer Einöde fand er einen schwarzen Ritter mit einer Schar schrecklicher Begleiter. Er stellte sich in seinen Dienst. Als sie einmal unterwegs ein Kreuz sahen, wich der Teufel dem Kreuz aus und musste zugeben, dass er das Bild des gekreuzigten Christus mehr als alles in der Welt fürchtet. Christophorus verließ den Teufel und suchte Christus, dem er dienen wollte. Nach langer Suche fand er einen Einsiedler, der ihm bestätigte, dass Christus der mächtigste Herrscher ist. Da er groß und kräftig war, übernahm er die Aufgabe, Menschen auf seinem Rücken über einen gefährlichen Fluss zu tragen, um Christus zu finden. In einer Nacht hörte er eine Kinderstimme. Nach dem dritten Ruf sah er ein Kind, das hinüber getragen werden wollte. Als er mit dem Kind auf der Schulter in das Wasser stieg, wurde das Kind immer schwerer und das Wasser schwoll an. Christophorus hatte Angst zu ertrinken und glaubte, die ganze Welt läge auf seinen Schultern. Das Kind sagte zu ihm: "Mehr als die Welt hast du getragen. Der Herr, der die Welt geschaffen hat, war deine Bürde." Das Kind tauchte ihn unter Wasser und taufe ihn so. Am anderen Ende erkannte er Christus als seinen Herrn. Nachdem er wie von Christus aufgetragen seinen Stab am anderen Ufer in den Boden steckte, sah er, dass aus seinem Stab ein Palmbaum mit Früchten gewachsen war.

Der Gedenktag des heiligen Christophorus, an dem die Pfarrei St. Christoph auch ihr Patrozinium feiert, ist der 24. Juli.